19.02.2017 – Der Elefant den niemand beachtet: Die weltweit erste Website für von Müttern missbrauchte Männer

Seit wenigen Tage ist nun endlich meine neuste Website online: Die erste internationale Website im gesamten Internet, die sich explizit und intensiv dem Thema mütterlichen Missbrauchs an Männern widmet.

All die Informationen, die ich hier im Blog über so lange Zeit gesammelt habe, versucht habe zu verstehen, was los ist und warum es passiert ist, sollen nun in diese Website einfließen, zusammen mit wissenschaftlichen Recherchen und Gastbeiträgen. Hier kann man die Website erreichen:

www.men-protect.com

website-screenshot

Erste Website für Männer, die von ihren Müttern missbraucht wurden

Trotzdem die Website erst seit zwei Tagen online ist, gab es bereits ausschließlich positive Rückmeldungen, unter anderem von der Hauptzielgruppe, von betroffenen Männern.

Ziel der Website ist es keineswegs Mütter schlecht zu machen, sondern den Männern zu helfen, die in missbräuchlichen Beziehungen gebunden sind oder unter den Folgen leiden.

Der nächste Schritt ist die Gründung einer gemeinnützigen Organisation in Form einer gUG (http://www.winheller.com/fileadmin/redaktion/Publikationen/stefan_winheller/Die_gemeinnuetzige_Unternehmergesellschaft__gUG__VR_0509_01.pdf).

Die einstündige Erstberatung zur Gründung alleine kostet bereits 300 Euro. Allerdings denke ich, dass es sich lohnt, hier eine professionelle Beratung zu nutzen, da die Gründungssatzung und die rechtlichen Rahmenbedingungen sicherlich sehr wichtig sind. Also lieber ein bisschen mehr ausgeben und dafür etwas bekommen, das gut funktioniert.

Die gUG bietet den Vorteil, dass kein Stammkapital fällig ist und dass sie von einer einzelnen Person gegründet werden kann. Dadurch, dass sie kein Verein ist, ist sie nicht abhängig von Mitgliederabstimmungen und dadurch flexibler, verlässlicher und an ihren tatsächlichen Zweck gebunden.

Vielleicht könnte ein Crowdfunding die Kosten von ungefähr 1500 bis 3000 Euro für die Gründung decken. Klar, auch darauf muss man Steuern zahlen. Dann allerdings müsste ich auch meine Identität ganz offen damit verknüpfen und jeder, der meinen Namen googlet, würde auch die Crowdfundingeinträge finden. Auf der anderen Seite: Ich bin es leid mich zu verstecken. Warum auch?

Fakt ist, dass Männer, die von ihren Müttern missbraucht wurden dringend Hilfe brauchen, nicht nur für Sie selbst sondern auch für alle Menschen, die sie lieben. Eine Frau aus Canberra in Australien hat sich zumindest dem Thema „Sexueller Missbrauch von Männern durch ihre Mütter“ wissenschaftlich gewidmet: Lucetta Thomas.

Hier ein interessanter Artikel vom ABC, über ihre Arbeit:

http://www.abc.net.au/news/2015-08-08/new-research-mothers-who-sexually-abuse-their-sons/6679102

Sie beschreibt genau das, was ich hier schon lange schreibe:

„Nobody wants to think about it, nobody wants to deal with it, nobody wants to research it, nobody wants to study, nobody wants to read about it. It’s like the big elephant in the room and nobody pays attention to it.“

Übersetzt:

„Niemand will darüber nachdenken, niemand will sich damit befassen, niemand will dazu forschen, niemand will darüber lesen. Es ist wie der große Elefant im Raum, den niemand beachtet.“

Das trifft es auf den Punkt. Und genau deshalb wird diese Website und diese Organisation gebraucht. Oft wünschte ich, ich könnte sie gründen, wenn ich nicht selbst mit so viel anderem Kämpfen muss, mit Depressionen, Angstzuständen, Katatonien, aber um es klar zu sagen: Ich bin selbst auch missbraucht worden und es kann sein, dass sich genau deshalb alles das niemals ändern wird. Darum bin ich nicht weiter bereit zu warten. Auch weil es so viele Menschen gibt, die so verzweifelt versuchen Hilfe zu finden oder es gar bereits aufgegeben haben.

Meine Frau hat sich sogar die Website angesehen und hat sich gefreut. Sie findet es gut, was ich mache. Damit habe ich nicht unbedingt gerechnet. Ich wusste nicht wie sie reagiert und normalerweise interessiert sie sich nicht so sehr für die Dinge, die ich an Webentwicklung mache. Ihr Unterstützung zu haben ist einfach toll!

Wer weiß, wie weit ich mit all dem komme, aber ich werde nicht aufhören, so lange ich kann. Nicht weil ich es will, sondern weil irgendjemand irgendwas tun muss. Es gibt keine Alternative mehr für mich.

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03.02.2017 – Der tägliche Marathon und Gedanken zu Familiengründungsportalen

Aufwachen ist schwer. Es ist 7:30 und ich will am liebsten, dass alles irgendwie vorbei ist. Aber irgendwann ist überleben zu einem Sport geworden. Mein täglicher Marathon. Morgens laufe ich los und abends komme ich irgendwo an.

Gleich muss ich wieder in die Firma und acht Stunden durchprogrammieren. Naja, nach all den Jahren kommt Routine auf.

Gestern habe ich überlegt, was ich tun kann, mit meinem Leben und um mich zu beschäftigen, solange bis sich entweder alles zum Guten auflöst oder bis ich abklappe. Manchmal denke ich, dass ich anderen helfen möchte. Es hat mich schon immer gestört, wenn Menschen sich lieben, aber sich nicht finden, oder wenn sie eine Familie haben möchten, aber keinen Partner finden. Und noch etwas hat mich schon immer ziemlich genervt: Dass online Partnerbörsen kostenpflichtig und manipulative Abzocke sind.

Also gut, sehen wir mal was ich habe: Ich kann mittlerweile so ziemlich alles selbst programmieren, vom der kleinen Website bis zum komplexen, modernen Portal. Dafür brauche ich nichtmal ein Team. Was hält mich eigentlich noch auf?

Zum einen sind da die rechtlichen Aspekte. Nutzungsbestimmungen, Geschäftsbedingungen, Versicherungen, … Es ist schwer da durchzublicken. Und einen Anwalt beauftragen kostet einiges.

Aber ok, vielleicht tue ich es trotzdem. Denn gestern, nach jahrelangem überlegen, kam mir ein Gedanke. Was wäre, wenn es ein Portal gäbe, dass Menschen zusammenbringt, die sich Kinder wünschen. Ich denke es gibt solche schon, aber nicht kostenlos und auch nicht auf einer Basis von Offenheit gegenüber allen möglichen Beziehungswünschen und so weiter.

Es stellen sich viele Fragen:

  • Sollte so ein Portal anonym sein?
  • Sollte es Profilbilder geben?
  • Wie tauschen die Menschen sich aus? Über das Portal, womit ein Aufwand von Sicherheitsvorkehrungen und Wartung einhergeht, sowie rechtliche Apekte? Oder werden Nachrichten direkt an die Email Adresse übermittelt, inklusive der Mail des Kontaktaufnehmenden?
  • Welche Angaben werden gemacht? Bereitschaft zu Beziehungen? Vorstellungen zur Familienstruktur? Angaben zu vorhandenen Kindern und Familien? Hobbys, Berufe, Imteressen, Überzeugungen?
  • Wie komplex sollte so ein Portal sein?
  • Welche Portale gibt es schon?
  • Was ist die Zielgruppe?
  • Und noch Vieles mehr …

Ein Beispiel ist www.familyship.org

Allerdings kostet die Nutzung einmalig 30 Euro. Zudem hat die Website den Fokus auf Co-Parenting gelegt, also auf Menschen, die kein klassisches Familienbild anstreben. Warum aber jemanden ausschließen? Der Preis für die Anmeldung reduziert zudem die Nutzergruppe. Klar, 30 Euro sind nicht viel, aber es ist auch eine bedeutende Hürde für den Nutzer. Ich selbst bin der Überzeugung, Liebe und Familie sollte gratis sein, und anderen dabei zu helfen diese beiden Bestandteile Ihres Lebens erfüllend zu leben, sollte von Herzen kommen und nicht durch den Geldbeutel motiviert sein. Die Wartung einer laufenden Website mit überschaubarem Umfang ist an sich gut zu bewältigen. Die Server- und Domainkosten belaufen sich auf vermutliche 50 Euro pro Jahr.

Das einzige das mich wirklich abhält ist meine Traurigkeit und die Leere in mir, aber irgendetwas sollte ich tun, um nicht durchzudrehen. Warum also nicht etwas gratis anbieten, das andere für Geld verkaufen? Zu gerne würde ich den Portalen eine Strich durch die Rechnung machen, sie sich mit dem Kinder- und Beziehungswunsch anderer Menschen ihre Taschen vollstopfen, sie mit Fakeusern in ihre Portale locken.

Also mal sehn, an sich sind die Grundlagen schnell gemacht. Vielleicht innerhalb von einer Woche ab und zu programmieren. Am besten verwende ich Drupal 8 als Content Management Sytsem, da es ein Usermanagement, Webformulare und einen REST Service automatisch unterstützt. Es sollte auch halbwegs sicher sein, da es mit WordPress zusammen das meist verwendete CMS ist und von einer riesigen Community laufend mit Sicherheitsupdates versorgt wird. So ein Portal, hätte ja auch einen vergleichsweise überschaubaren Umfang an Funktionen, zumindest initial.

Durch mein zumindest basales Wissen bezüglich User Experience und Mediendesign, kann ich auch eigenständig ein Konzept erstellen. Auch online Marketing ist in Ansätzem etwas, das ich beherrsche. Bleiben wie gesagt vor allem die rechtlichen Aspekte.

Also was meint ihr? Machbar? Sinnvoll? Nutzlos? Wenn ja, was wäre Euch an so einem Portal wichtig?

 

15.08.2015 – Das Schachspiel

Hallo Papa,

IMAG0750Vielleicht erinnerst du dich noch daran, wie wir früher ab und zu Schach gespielt haben. Ich glaube, es hat dir Spaß gemacht es mir beizubringen. Dabei habe ich mich dir immer besonders verbunden gefühlt. Zuindest so gut es eben ging.

Hier habe ich in der Ergotherapie auch ein Schachspiel aus Holz gebaut. Habe mir im Baumarkt Holzleisten gelauft und sie mit einer elektrischen Säge zurecht gesägt. Danach habe ich die Figuren geschliffen, unten im Garten am Teich. Anschleßend habe ich den einen Figurensatz mit blauer Baizfarbe bestrichen.

Zuletzt habe ich eine SPerrholzplatte geauft und sie zurecht gesägt. Die habe ich dann so mit Band abgeklebt, dass ich sie mit acrylfarbe bemalen konnte.

IMAG0748_1Die Figuren passen alle so ineinander, dass man sie in einer leeren Pralinenbox transportieren kann. Habe mir das Konzept von Designfiguren abgeschaut.

Was meinst du? Ich finde es ist eine gute Arbeit, insgeamt. Vor allem, wenn man meine Umstände bedenkt. Natürlich würde ich nun gerne gegen dich spielen. Ich weiss, ich würde sicher gewinnen. Denkst du nicht? Tja, ich bin besser geworden, seit du dich umgebracht. Viel besser. Aber wer weiss was du so treibst, wo immer du auch bist.

IMAG0753_1Eine Partie Schach zusammen mit deinem Sohn, das wärs doch wert gewesen zu bleiben oder nicht? Schade, dass du an alles das nicht gedacht hast oder du zuviel Angst vor dir selbst oder deinem Schicksal hattest.

Jetzt vermisse ich dich und habe dich wieder lieb. Es ist der ewige Zyklus, den ich nicht auflösen kann, ohne dass du bei mir bist …

Dein Schach spielender Sohn

23.06.2015 – Innovation: Eine neue Website, die Lebenszeichen registriert

Hallo Papa,

Heute war ich sehr verzweifelt. Also habe ich mir eine Beschäftigung gesucht, während meine Freundin sich in den Tag gestürzt hat. Meine Beschäftigung war die Erstellung einer Website, oder besser gesagt eines ersten Entwurfs, der allerdings schon voll funktionsfähig ist.

vital-signs-betaEs handelt sich dabei um eine Website, die Lebenszeichen registriert. in der man sich „lebendig“ melden kann. Klingt ziemlich merkwürdig, aber vermutlich wird es mir dabei helfen, meine Tage und Minuten zu zählen, die ich in diesem Leben seit meinem ersten Login bewältigt habe.

Hier ist ein Link zum Website-Entwurf: http://www.vital-signs.eu

Außdem erhalte ich bei jedem erneuten senden eines Lebenszeichens einen Vorschlag, was ich als nächstes mit meiner Zeit tun könnte.

Für ganz verzweifelte gibt es auch einen Link zum online chat einer Suizidprävention und mehr. Natürlich könnten auch Menschen die Seite nutzen, die keine solche Herausforderungen haben. Oder die körperliche Probleme haben, die ihr Leben schwer machen.

Naja, immerhin habe ich mit dem Mini-Projekt einige Stunden herumbekommen.

Ich lade alle die bei uns mitlesen ein, die Website selbst zu testen. Denn was gibt es für einen Entwickler besseres, als tatsächliche Nutzer, die Feedback geben.

Es werden keine persönlichen Daten außer dem Nutzernamen und dem Passwort (als Hash Verschlüsselt und von Niemandem, auch nicht mir selbst, jemals lesbar) gespeichert.

Du würdest dich sicherlich wundern, wie schnell ich mittlerweile programmieren kann! Wärst du am Leben geblieben, hätten wir heute vielleicht eine gemeinsame Firma. Das wäre auf jeden Fall einer meiner Träume gewesen. Egal wie mürrisch du manchmal warst. Ich denke, als Erwachsene hätten wir ziemlich gut zusammen arbeiten können.

Vielleicht schreibt mir ja der ein oder andere, was er von meinem Mini-Projekt hält 🙂 Ich würde mich freun.