18.06.2018 – Schlafen gehen

Hallo lieber Luke,

Du schläfst. Es ist fast Mitternacht. Mama liegt mit Dir im Bett und ich schaue die Pressekonferenz des Weißen Hauses auf CNN.

Im Moment sind meine Schmerzen sehr viel besser. Oft geschieht das eher am Nachmittag oder Abend, wenn es geschieht. Ich bin etwas müde und erschöpft. Morgen muss ich zum Beckenboden EMG gehen, aber ich weiß noch nicht, ob ich das wirklich tun werde, weil man dazu auch Nadeln in die Nähe der Nerven gesteckt bekommt. Das ist auch ein Risiko. Manchmal sind die Entscheidungen, die ich treffen muss sehr schwer und niemand kann sie für mich treffen.

Du siehst sehr süß aus, wenn du schläfst. Wir haben abends noch ein bisschen Spaß gemacht und zusammen gespielt. Wir haben etwas Xylophon gespielt und mit den Bauklötzen. Du kannst noch nicht viel damit anfangen, aber wir finden meistens einen Weg damit zu spielen. Dann habe ich Dir „kleiner Bär“ vorgelesen und anschließend haben wir Dir noch einmal Essen gegeben, wonach Du eingeschlafen bist.

Ich bin froh, dass ich auch Zeiten mit weniger Schmerzen habe, in denen ich mit Dir spielen kann. Es macht viel Spaß.

Dann habe ich noch das Aquariumwasser gewechselt und etwas Essen warm gemacht für Mama und mich.

Manchmal muss ich daran denken, dass ich am Donnerstag das MRT Ergebnis bekomme. Mittlerweile habe ich Übung darin und es ist sehr wahrscheinlich, dass alles ok ist. Trotzdem, es ist eine Situation, in der man ab und zu nachdenklich wird.

Ich freue mich, Dich morgen wieder zu sehen, wenn wir zusammen aufwachen.

Ich habe Dich sehr lieb und wünsche Dir eine gute Nacht.

Dein Papa

 

2 Gedanken zu “18.06.2018 – Schlafen gehen

  1. Silvia Lupberger-Stein schreibt:

    Du bist mutig. Der Mensch ist das einzige Säugetier, dass sich auf Grund seiner eigenen Intelligenz über sein vermeintliches Schicksal erheben kann. Das erfordert Mut, Hartnäckigkeit, Willen und die Erkenntnis der Verantwortung für das eigene Leben trotz der traumatischen Erlebnisse. Genau diese Erkenntnis ist es die den Unterschied von genau diesem Moment an macht.
    Du hast schon so Vieles erreicht, das Du möglicherweise für unmöglich hieltest. Tritt einen Schritt zurück und schau stolz auf Deine Errungenschaften. Alles ist möglich für Jemanden der so einen langen und beschwerlichen Weg gemeistert hat.!
    Du kannst das und tust das.
    Gut so.

    Gefällt mir

    • briefabsender schreibt:

      Danke. Ja, es ist gut zu sehen, dass ich überhaupt so weit gekommen bin. Manchmal ist es traurig zu sehen, warum es so schwer gewesen ist. Ich will die Verantwortung übernehmen, aber manchmal habe ich so starke Schmerzen, dass ich kaum noch ich selbst bin. Dann ist es sehr schwer, einen klaren Kopf zu bewahren und konzentriert an den Chancen zu arbeiten gesund zu werden. Aber ja, es gibt einfach keine Alternative. Ich kann nicht davor wegrennen oder nur in Selbstmitleid zergehen, ich muss auch hart arbeiten. Und hoffen, dass ich es irgendwann schaffe da rauszukommen, so wie mit den Dingen vorher. Danach dann nicht mehr die gleichen Fehler zu machen, das wird auch noch einmal einiges an umdenken erfordern.

      Danke, dass Du mir Mut machst. Vielleicht kann ich eines Tages dann viel Schönes schreiben, wenn es mir besser geht.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s