15.10.2017 – Das Gebet

Ich gehe in die Küche, setze mich kniend auf den Schachbrett karierten Boden.

Durch das Fenster sehe ich den Himmel, die Bäume, einige Häuser.
Och atme ein … aus … ein. Es ist ruhig.

Langsam falte ich meine Hände und lege sie in meinen Schoß, über die angewinkelten Beine.

Dann bete ich. Nur kurz. Klar, ich weiss, dass es keinen Gott gibt.Dort ist niemand. Aber für einen Moment lasse ich mich darauf ein.

Es fühlt sich so an, wie als Kind, eingesperrt in meinem dunklen Zimmer, betend, um durchzuhalten. So wie nach dem Selbstmord meines Vaters, in den meine Mutter in mit brachialer Gewalt getrieben hatte.

Ich versuche Kraft zu sammeln. Nicht aufzugeben.

Ich liebe meine Frau Für sie muss ich durchhalten.

Danach stehe ich wieder auf. Spüre dem Schmerz nach, der mich daran erinnert, dass ich krank bin. Dann gehe ich auf die Toilette und wieder ins Bett.

Ich glaube daran, dass ich eines Tages wieder leben kann.

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