19.08.2017 – Ein langer Weg

Lange hab eich nicht geschrieben. Vornehmlich war ich damit beschäftigt den Wahnsinn anderer unter Kontrolle zu bekommen.

Meine Frau befindet sich etwas mehr als zwei Monate vor der Geburt unseres Sohnes. Immer noch erscheint es mir geradezu unglaublich, dass es geklappt hat und wir ein gemeinsames Kind bekommen.

Inzwischen habe ich einen neuen Job und werde endlich angemessen entlohnt. Auch eine große Firma, wie Google, Microsoft oder Amazon, hat mich in ihrem Bewerbungsprozess bis zur letzten Stufe geschleust. Nun fehlen noch sechs Stunden Tests von diversen Recruitern, und dann habe ich zumindest die Möglichkeit, mich dafür zu entscheiden oder eben dagegen.

Täglich hab eich starke Schmerzen. Die letzten vier Monate habe ich starke und viele Antibiotika genommen. In meiner Prostata befinden sich phasenweise drei Keime gleichzeitig, von denen zwei Multiresistent sind und kaum noch behandelbar. Es bleiben nur alternative Antibiotika. Die Behandlung bei den Ärzten ist chaotisch, unprofessionell und auch aus meiner Sicht als jemand, der Mikrobiologie studiert hat, einfach nur sinnlos langwierig und ineffizient. Den Ärzten mangelt es an grundlegenden Kenntnisse zu Mikrobiologie und bakterieller Evolution. Oft ist es deprimierend zuzusehen, wie die Antibiotika sinnlos und falsch verwendet werden und die Keime immer wieder aufs neue aufkommen. Da die Ärzte allerdings viele narzisstische Persönlichkeitsanteile haben, bemerken sie ihre Fehler so gut wie gar nicht. Im Moment kann ich nicht sitzen und habe täglich, selbst mit starken Schmerzmitteln sehr schwere Schmerzen.

Oft muss ich an die gesamte Behandlung denken, an all die Ärzte, die immer angeblich alles so viel besser wussten und so vieles kaputt gemacht haben, nur, weil sie sich nicht darauf einlassen wollten wirklich zu helfen und nachzudenken.

Aber bis jetzt habe ich nie aufgegeben, und ich tue es auch jetzt nicht. Allerdings wünsche ich mir so sehr, dass ich für mein Kind wieder gesund sein kann. Dass ich eines Tages vielleicht wieder sitzen kann und Sexualität mit meiner Frau teilen, wir vielleicht mit sehr viel Glück sogar ein zweites Kind haben können, irgendwann. Dass ich arbeiten kann und mich wieder mit Freunden im Restaurant treffen. Oder von mir aus einfach nur liegen un schlafen, ohne dass es sich anfühlt als würde mir jemand mit einem Messer zwischen die Beine stechen.

Die nächsten Wochen und Monate werden mich noch viel Kraft kosten. Spätestens im September werde ich dann ins Krankenhaus gehen, selbst wenn ich dadurch meinen Job verlieren würde. Nach all den Jahren mit diesen starken Schmerzen, für die sich eigentlich so ziemlich niemand interessiert, bin ich sehr erschöpft. Es muss irgendwann irgendeine Lösung geben.

Während ich dies schreibe verbringt der Arzt, der mich kaputt gemacht hat vermutlich gerade seinen Familienurlaub irgendwo im Süden und freut sich über sein Leben. Oft wünschte ich, er hätte wenigstens nicht den Arztbrief gefälscht, um sich selbst abzusichern.

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