Du darfst traurig sein

Vielleicht geht es Dir auch manchmal so: Du fühlst Dich traurig und alle wollen, dass Du schnell wieder glücklich wirst. Aber die Traurigkeit gehört zu Dir und sie ist in diesem Moment, in dieser Lebensphase, ein Teil von Dir. Sie ist ein Teil Deiner authentischen Gefühlswelt und nur mit ihr bist Du komplett. Klar, wenn Du es Dir aussuchen könntest, würdest Du auch gerne gerade glücklich sein. Doch es gibt gute Gründe, warum Du es nicht bist. Vielleicht kennst Du sie oder Du hast nur das Gefühl und der Grund ist Dir noch verborgen.

Manchmal zerren Dann alle an Dir und möchten, dass Du schnell wieder „gesund“ wirst. Einige von ihnen, fühlen mit Dir und wünschen sich, dass du wieder fröhlich und mit Leichtigkeit leben kannst, so wie sie Dich vielleicht vorher lange kannten. Andere möchten, dass Du nicht mehr traurig bist, weil Sie selbst sich an ihre eigene Traurigkeit erinnert fühlen oder weil sie davon ausgehen, dass Du mit Deiner Traurigkeit ganz traurig bist. Aber vielleicht hast Du Dich auch ganz bewusst dazu entschieden traurig zu sein, der Traurigkeit nachzugehen, um sie zu fühlen, damit Du sie erleben und irgendwann hinter Dir lassen kannst.

Hab keine Angst, es ist völlig ok, dass Du traurig bist. Du darfst traurig sein.

  • Vielleicht bist Du traurig, weil Du jemanden verloren hast, der Dir besonders wichtig war, den Du vielleicht sehr geliebt hast. Das ist ok. Du darfst traurig sein.
  • Vielleicht bist Du traurig, weil jemand Dich schlecht behandelt hat. Das ist ok. Du darfst traurig sein.
  • Vielleicht bist Du traurig, weil Du etwas erlebt hast, dass Du noch nicht verarbeiten kannst. Das ist ok. Du darfst traurig sein.
  • Vielleicht bist Du traurig, weil eines Deiner sehnlichsten Ziele in weiter ferne liegt oder unerreichbar geworden scheint. Das ist ok. Du darfst traurig sein.
  • Vielleicht bist Du traurig, weil Du Dich mit Dir selbst gerade nicht wohl fühlst. Das ist ok. Du darfst traurig sein.
  • Vielleicht bist Du traurig und weißt gar nicht genau warum. Das ist ok. Du darfst traurig sein.

Irgendwann wirst Du vielleicht nicht mehr traurig sein. Manchmal, und da muss man ehrlich sein, kann es auch passieren, dass ein Mensch immer etwas traurig bleibt, wenn besonders wichtige Dinge in seinem Leben einfach nicht klappen wollen oder sehr schwer sind. Aufgeben war vielleicht auch nie Deine Stärke. Du möchtest leben, aber du möchtest ehrlich leben, in Einklang mit Dir selbst. Und dazu gehört auch eine Traurigkeit. Denn die Traurigkeit zu unterdrücken, macht Dich nur noch trauriger, als sie zuzulassen und ihr die Hand zu reichen, zu sagen: „Traurigkeit, Du bist jetzt gerade ein Teil von mir. Du und ich, wir werden gemeinsam einen Weg finden, miteinander klar zu kommen.“

Die Traurigkeit zu umarmen ist manchmal zielführender, als sie sich zum Feind zu machen. Sie zu verstehen, ihr einen Raum zu geben und dadurch auch Grenzen, kann der Traurigkeit ihre dunkle Kraft nehmen und sie in Licht verwandeln. Plötzlich kann man aus ihr sogar neue Kraft schöpfen, bis sie irgendwann vielleicht in einem aufgeht und sich wieder ganz sanft in die eigene Gefühlswelt integriert. Lass Dir diese Chance nicht nehmen. Du darfst traurig sein.

2 Gedanken zu “Du darfst traurig sein

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