16.01.2017 – Das Gespräch mit meiner Frau, die Selbsthilfegruppe und der Plan eine Hilfsorganisation zu gründen

Nachdem meine Frau und ich gestern noch lange geredet und viel Wein dabei vertilgt haben, gehen wir heute früh beide zur Arbeit los.

Wir haben beide übereingestimmt, dass die Mutter meiner Frau neidisch auf sie war und deshalb damals wollte, dass sie ihr Kind nicht bekommt. Meine Frau hat viel geweint und ich habe versucht sie zu trösten. Meine Frau war sehr sauer, dass sie jetzt kinderlos dasitzen muss, während die anderen alle ihre Kinder betuddeln. Ihr Kind wäre ja schon fast erwachsen heute. Wir denken beide, dass sie ihre Krisen nie in dieser schweren Form gehabt hätte, wenn sie ihr Kind hätte behalten dürfen.

Ich gehe mit einem fetten Kloß im Hals zur Arbeit. Es ist schwer, aber je länger der Tag dauert, desto mehr kann ich mich auf die Arbeit einlassen. Trotzde muss ich immer wieder an meine Frau denken und daran, dass ich sie liebe und mit ihr zusammen sein will. Ab und zu kommt Wut auf, aber sie vergeht schneller als sonst, vielleicht weil ich endlich nicht mehr alles mitgemacht habe und gestern beim Fest mal ein kleines Zeichen gesetzt habe, indem ich einfach abgehauen bin.

Nach der Arbeit ich zur Selbsthilfegruppe, die ich gegründet habe, mit Hilfe der Selbsthilfekontaktstelle. Schon vor einem halben Jahr habe ich sie angemeldet. Jetzt sind genug Teilnehmer dazugekommen und das meiste Formale ist erledigt. Wir bekommen von der Kontaktstelle einen Raum und etwas organisatorische Unterstützung. Die Gruppe ist die einzige Gruppe in Berlin, für Betroffene von narzisstischer Gewalt, die für jeden Betroffenen zugänglich ist. Sie ist nicht begrenzt auf Töchter, Söhne oder Partner. Das war mir besonders wichtig.

Heute ist das erste Treffen und es wird auch viel um Organisatorisches gehen. Ich hatte ein wenig Muffensausen, weil es doch manchmal leichter erscheint, alles einfach zu verdrängen, aber ich will etwas dazu beitragen, dass Menschen Hilfe bekommen, die unter narzisstischer Gewalt leiden müssen. Denn ich selbst habe Jahrzehnte dafür gebraucht und bin nur mit schweren Schäden für mein Leben und meine Liebe dort herausgekommen. Dies ist der erste Schritt, den ich mache. Bis jetzt sind wir 7 Teilnehmer, glaube ich, aber ich denke, dass die Nachfrage langfristig hoch sein wird.

Irgendwann, wenn ich wieder viel Kraft habe, dann werde ich eine gemeinnützige Organisation gründen. Die erste in ganz Deutschland, die solchen Menschen Hilfe anbietet. Dafür brauche ich aber noch mehr Erfahrung und ein klares Konzept, 2000 Euro und vor allem eine eigene Stabilität, zumindest ansatzweise.

Jetzt bin ich erst einmal dabei die Selbsthilfegruppe zu gründen. Mit den meisten Teilnehmern habe ich bereits telefonisch gesprochen. Um 19 Uhr gehts los.

2 Gedanken zu “16.01.2017 – Das Gespräch mit meiner Frau, die Selbsthilfegruppe und der Plan eine Hilfsorganisation zu gründen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s