Das Böse: Die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki

Dieser Artikel enthält:

  • Liste skuriler und schockierender Fakten
  • Einleitender text
  • Links und Videos zu Interviews mit Paul Tibbets, dem Bomber, der die Atombombe auf Hiroshima abgeworfen hat
  • Videos der Dokumentation „Hiroshima“ vom BBC
  • Video der Dokumentation „The Men Who Brought The Dawn“
  • Video des Films von Tsutomu Yamaguchis Geschichte, der beide Atombombenabwürfe überlebte

Skurile und schockierende Fakten:

  • Trotz ihrer vernichtenden Wirkung, war die Bombe, die auf Hiroshima abgeworfen wurde deutlich „kleiner“ – ihr äußerst unpassender Name war „Little Boy“ – als die Bombe, die Nagasaki vernichtete und „Fat Boy“ hieß
  • Trotz der verheerenden Wirkung, verfehlte die Bombe Nagasaki sogar um etliche Kilometer
  • Die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki töteten 100.000 Menschen sofort und unzählige weitere starben an Verletzungen und Spätfolgen
  • Nach den Atomexplosion regnete es schwarzen, radioaktiven Regen, den die Überlebenden verzweifelt trinken, weil sie durch die Verbrennungen das Gefühl haben zu verdursten
  • Die USA warfen vor den Bombenabwürfen Flugblätter ab, die die Menschen aufriefen, die Stadt zu verlassen
  • Eine Frau überlebte nur wenige Meter entfernt vom Zentrum der Atomexplosion in Hiroshima
  • Tsutomu Yamaguchi überlebte beide Atombombenanschläge. Nachdem er in Hiroshima überlebte, fuhr er in seine Heimatstadt Nagasaki zurück, die kurz darauf ebenfalls von einer Atombombe vernichtet wurde.
  • Ein Atombombenabwurf auf Europa war ebenfalls geplant, wurde aber nie ausgeführt
  • Ursprünglich sollte die Atombombe, die Nagasaki traf, auf Kyoto abgeworfen werden
  • Paul Tibbets bereute den Abwurf der Atombombe nicht und würde wieder eine Bombe abwerfen, wenn dies „erforderlich“ sei
  • Paul Tibbets sah sich selbst als einen Menschen, der Leben gerettet hatte, laut ihm das Leben der US-Soldaten, die durch das Ende des Kriegs gerettet wurden
  • Den Bomber, mit dem die Bombe auf Hiroshima abgeworfen wurde, „Enola Gay“, benannte Tibbets nach seiner Mutter
  • Das Filmmonster „Godzilla“ wurde als Metapher für die Zerstörung durch die Atombomben erschaffen

Vielen Menschen ist bewusst, dass der Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki durch die Vereinigten Staaten von Amerika ein grausamer und in der Geschichte der Menschheit unvergleichlicher Akt gewesen ist. Keine andere menschliche Handlung hat innerhalb von Sekundenbruchteilen zehntausende Menschenleben ausgelöscht. Doch die Brutalität, die die Überlebenden traf, die unmittelbar nach der Vernichtung der gesamten Stadt und dem Großteil ihrer Einwohner um ihr Leben kämpfen mussten, ist durch Worte kaum zu beschreiben.

Wenn es je eine Hölle auf Erden gegeben hat, dann in den Sekunden, Minuten und nach der atomaren Vernichtung beider Städte. Die Bilder der Dokumentation des BBC, kombiniert mit den Interviews von Überlebenden, die ihre Geschichten so lebendig wiedergeben, dass sie kaum auszuhalten sind, geben einen vermutlich kleinen aber dennoch unfassbaren Einblick in ein Kapitel der Menschheit, das die wahre Natur des Bösen im Menschen auf einen Schlag entblößt hat.

Die USA warfen Flugblätter mit folgendem Text ab, um die japanische Bevölkerung zu warnen:

“These cities contain military installations and workshops or factories which produce military goods. We are determined to destroy all of the tools of the military clique which they are using to prolong this useless war. But, unfortunately, bombs have no eyes. So, in accordance with America’s humanitarian policies, the American Air Force, which does not wish to injure innocent people, now gives you warning to evacuate the cities named and save your lives. America is not fighting the Japanese people but is fighting the military clique which has enslaved the Japanese people.”

(http://www.gizmodo.co.uk/2015/08/facts-about-the-hiroshima-bombing/)

Sie behaupten, keine unschuldigen Menschen töten zu wollen. Wie allerdings lässt sich dies mit dem Abwurf einer Atombombe auf eine Städte mit jeweils mehr als 100.000 Einwohnern überhaupt glaubhaft vertreten?

Wenige wissen, was Paul Tibbets, der Pilot des B-29 Bombers, der die Atombombe mit seiner Crew abwarf, in einem Interview mit „The Guardian“

https://www.theguardian.com/world/2002/aug/06/nuclear.japan

berichtet. Es sollte auch eine Atombombe auf Europa abgeworfen werden. Tibbets sprach sich dafür aus, dass diese Bombe zeitgleich zu den Bomben in Japan abgeworfen werden sollte.

Paul Tibbets bereute den Abwurf der Atombombe nie, er wurde für seine Dienste geehrt und lebte in den USA ein freies Leben. Er imitierte den Abwurf der Atombombe auf Hiroshima auf mehreren Flugshows, was zu öffentlichem Entsetzen in der japanischen Politik und Gesellschaft führte. Paul Tibbets gab an, jeder Zeit wieder eine Atombombe abzuwerfen, wenn es „erforderlich“ sei. (http://www.npr.org/templates/story/story.php?storyId=15858203)

Tibbets Enkelsohn fliegt heute einen B2-Bomber für die USA und scheint ebenfalls wenig Bedenken zu haben, dass sein Großvater mehr als 100.000 Menschen mit einer einzigen Bombe und deren Spätfolgen getötet hatte. Laut ihm hat Tibbets sich ähnlich gerechtfertigt wie der Nazi-Verbrecher Adolf Eichmann: Er habe „nur seinen Job gemacht“.

 

Paul Tibbets machte seiner Mutter ein Geschenk, das die allermeisten Mütter wohl als wenig schmeichelhaft empfunden hätten: Er benannte den Bomber, mit dem er die Atombombe auf Hiroshima abwarf, nach seiner Mutter: „Enola Gay“. Wie dies psychologisch zu interpretieren ist, könnte vermutlich ganze Lehrbücher füllen. War es also ein Mensch mit einem ausgeprägten Mutterkomplex, der die Bombe abwarf? Was sagt diese Namensgebung über die Beziehung von Mutter und Sohn Tibbets aus? Vaporisierte ein klassisches „Muttersöhnchen“ zehntausende Menschen in wenigen Millisekunden zu Staub?

Der Co-Pilot der „Enola Gay“, hatte anders als Tibbets allerdings sofort nach dem Abwurf ein furchtbares Gefühl und dachte sich: „Oh mein Gott, was haben wir getan!“. Die beiden Reaktionen der Piloten könnten unterschiedlicher nicht sein und befeuern weiterhin die Frage, was Menschen unterscheidet, die die selbe Situation so unterschiedlich bewerten.

 

Im Folgenden sind einige Filme und Interviews eingefügt, die über den Atombombenabwurf berichten: Insbesondere die Dokumentation des BBC und der Film über das unfassbare Schicksal von Tsutomu Yamaguchi sind sehenswert. Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass schon alleine die Erzählungen der Überlebenden einen nicht nur tief berühren, sondern partiell desillusionieren werden. Die Abgründe menschlicher Zerstörungswut und rücksichtsloser Kriegsführung werden einem unweigerlich offenbart. Aus den Interviews der Crew, die den Abwurf durchführte, und den Interviews der Überlebenden zeichnet sich ein bizarres Bild, das viele Fragen im Zuschauer auslösen wird. Diese Dokumentationen werden die meisten Zuschauer noch eine lange Zeit nach dem Ansehen beschäftigen, nicht nur im negativen, sondern auch in positiver Hinsicht mit der Auseinandersetzung zu ethischen und moralischen Überlegungen.

 

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