07.12.2015 – Tagesklinik am Montag

Hallo Papa,

Gestern war ich tanzen. Das war sehr schön und es ging mir sehr gut dabei. Mit meiner Freundin ist es immer sehr schön. Ich unternehme gerne etwas mit ihr. In meinem Kopf herrscht viel Chaos. Auch viele aggressive Gedanken, die ich nicht verstehe. Oft wünsche ich mir, dass sie einfach weg wären. Dann bin ich oft sauer auf Mama und Dich, weil ich denke, dass ich das alles als Kind erlebt und gelernt habe, durch euer Verhalten.

Ich würde jedenfalls alles dafür geben, dass die Dinge in meinem Kopf einfacher werden würden. Es erfordert viel Mut darüber zu sprechen, aber anders als du tue ich es. Manchmal denke ich, dass ich das alles nicht schaffen kann. Dann bin ich verzweifelt und leide sehr unter meinen Gedanken. Aber ich gebe noch nicht auf. Ich weigere mich zu akzeptieren, dass ich wegen Mama und Dir nicht leben kann. Ich werde nicht schweigen, sondern erzählen, was in mir vor sich geht, warum ich manchmal glaube nicht weiter leben zu können.

Noch bin ich da. Und ich kämpfe für jeden Tag. Ich will wissen was mit mir los ist und wieso ich nicht der Mensch sein kann, der ich sein möchte. Ich will wissen, wieso ich so viel verliere. Und ja dann werde ich wieder sauer, auf euch beide. Keiner hat verstanden, dass ich einfach Liebe gebraucht habe. Keiner von euch beiden konnte sie mir geben.

Jetzt sitze ich in der Tagesklinik und warte auf die Visite, anstatt meinem Job nachzugehen und glücklich zu sein. Danke.

Dein wütender Sohn

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