Information: Wie sich eine psychische Erkrankung anfühlen kann

Es ist wie ein Seiltanz auf dem Seil meiner Persönlichkeit. Ich balanciere auf meinen Zehenspitzen, darf nicht daneben treten. Habe kein Netz und keinen doppelten Boden. Habe nur diesen einen Versuch. Das Balancieren wird nie aufhören. Immer geradeaus. Konzentriert. Mit wachsamen Sinnen. Mit der Zeit vegeht hoffentlich die Angst und weicht einer Geübtheit. Unten stehen meine Freunde, meine Familie, meine treue Freundin, die mich tanzen sehen, jeden Tag. Sie sehen zu. Sie applaudieren und feuern mich an. Sie geben mir Mut, den nächsten Schritt zu machen. Den nächsten Tag zu schaffen. Es geht darum, das Seil dicker zu machen. Damit die Gefahr daneben zu treten geringer wird. Bis ich irgendwann wieder sicherer laufen kann. Schneller laufen kann. Nicht zu schnell. Aber angemessen schnell und ohne dauernd nach unten in die Tiefe zu starren. Mein Seil und ich. Meine Persönliichkeit und ich. Wir müssen ein Team sein. Müssen eins werden, um diese Herausforderung zu meistern. Ich habe Angst, aber ich kann mein Gleichgewicht nicht halten, wenn ich mich nicht traue den nächsten Schritt zu tun.

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7 Gedanken zu “Information: Wie sich eine psychische Erkrankung anfühlen kann

      • Tomi schreibt:

        Das passt jetzt nicht so ins Bild, aber eins meiner Themen ist keine Hilfe annehmen können. In meiner Vorstellung stehe ich da komplett alleine auf dem Drahtseil und niemand schaut mir zu, feuert mich an, oder kann helfend eingreifen.
        Ich habe dann letztens einen Fallschirm-Tandemsprung gemacht und es war ganz spannend für mich, in einer Situation zu sein, wo ich gar nichts machen konnte, sondern mich komplett auf meinen Tandempartner verlassen musste/durfte. Ich glaube, bei mir ist es so, dass da zwar eigentlich ein Sicherheitsnetz ist, ich das aber nicht sehen kann/will.

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      • briefabsender schreibt:

        Ich bin mir ziemlich sicher, dass du es irgendwann sehen wirst. Wenn du hier schreibst, bist du sehr herzlich und ich glaube, dass du von der Verbindung mit anderen Menschen profitierst. Manchmal ist es schwer Hilfe anzunehmen. Manchmal hat man sogar Angst vor den guten Gefühlen, die dadurch entstehen könnten.

        Gefällt 1 Person

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