Lebensgeschichte: Der Griff nach meinem Zepter

1110_1Als Kind, wir waren gerade in Spanien im Urlaub, wurde mir eine drohende Vorhautverengung diagnostiziert. Bis heute zweifle ich, ob das tatsächlich der Fall war. Vielleicht drohte ja gar keine? Karl Haag beschreibt in seinem Buch „Wenn Mütter zu sehr lieben“ genau diesen Vorwand zum Missbrauch und bezeichnet diesen als eine eindeutige und oft über Wochen andauernde sexuelle Stimulation des Sohnes durch die Mutter.

Genau so ist es dann auch geschehen. Unter meinem niemals versiegenden Geschrei, streifte meine Mutter jeden Tag meine Vorhaut brutal auf und ab, um sie zu lockern. Über mehrere Wochen! Die Schmerzen waren enorm und dass meine Mutter an meinem Genital herumgrabschte und dabei fast die selben Bewegungen machte, wie bei sexuellen Handlungen, empfand ich als extrem beängstigend.

Nach allem Missbrauch, den ich erlebt hatte, war ich daran gewöhnt, dass die Grenzen meines Körpers und Geistes nicht existieren durften. Dennoch wusste ich instinktiv, dass ich dafür kämpfen, sie irgendwie verteidigen musste.

Mein Vater wollte die „Übungen“ nicht mit mir machen, was ich gut verstehen kann. Man hätte einen anderen Weg finden können. Zum Beispiel mit dem Arzt. Oder man hätte mir zeigen können, wie ich das selbst machen konnte. Sicherlich war es auch überflüssig es so doll zu machen, dass es – tatsächlich – höllisch weh tat. Beides halte ich heute nicht für einen Zufall. Meine Mutter wollte es selbst an mir durchführen. Es gab ihr ein legitimes Mittel mich sexuell zu berühren und ihre eigene Neugierde zu stillen, die für mich oft mehr als eindeutig war. Sie hatte ein ungesundes und übersteigertes Interesse an meinem Penis. Und die zugefügten Schmerzen befriedigten unterschwellig ihre sadistische Art, die sich auch im „Hintern voll bekommen“ bei heruntergelassener Hose gezeigt hat. Dieses hat entgegen ihrer „Erinnerung“ auf jeden Fall stattgefunden, denn meine schmerzhaften und demütigenden Erinnerungen daran sind eindeutig. Dieses Hose herunter lassen und das anschließende Schlagen auf das nackte Gesäß identifiziert Karl Haag als sexuallisierte Gewalt mit sadistischer Motivation. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Er hat damit sehr Recht.

Meine Mutter würde beide Tatbestände nie zugeben. Eher würde sie meinen Tot in kauf nehmen, als zugeben, dass es kein Zufall war, dass sie die „Übungen“ mit mir durchführte und sie absolut unnötig schmerzhaft waren – ich erinnere mich heute noch an die Schmerzen. Meine Meinung dazu ist, dass sie keinen Zugang zu ihren Gefühlen hat oder einige Zustände abspaltet. Deshalb kann sie sich nach dem Missbrauch nicht an ihre eigene Motivation und innere Erregung erinnern. Sie würde sagen: „Der Arzt hat es empfohlen und Papa wollte es ja nicht machen.“ Dass es andere Wege gegeben hätte, und ob es überhaupt notwendig gewesen wäre, würde sie nicht bedenken. Ebensowenig, dass die Art der Durchführung unnötig brutal, aggressiv und übergriffig war.

Letztendlich hat Karl Haag meine volle Zustimmung: Die Situation wird von einer übergriffigen Mutter gezielt ausgenutzt, bewusst oder unbewusst, zum deutlichen Schaden des Sohnes.

Das Gefühl, dass ich heute dazu habe beschreibe ich mal, indem ich meiner Mutter für damals Empfindungen zuschreibe. Es fühlte sich ungefähr so für mich an: „Endlich durfte sie ran!“

Es war das letzte bisschen perfekte Macht, die sie über mich erlangen konnte. Jetzt gehörte ihr alles. Die Welt war in Ordnung. Für sie.

Anbei ein Auszug aus den Schilderungen von einer Website, die sich mit der diesbezüglichen Literatur auseinandergesetzt hat.

Nach Amendt beschreiben die über möglichen mütterlichen Mißbrauch befragten Mütter weiblichen Mißbrauch als weniger genital zentriert,subtiler, emotional verstrickter, weniger gewaltvoll, nicht penetrierend. Die befragten Frauen schließen aus der Andersartigkeit der weiblichen Art und Weise des Mißbrauchs, daß dieser weniger schädlich ist. Amendt verweist zurecht darauf, daß hier die psychische Destruktivität des sexuellen Mißbrauchs nicht gesehen wird. Ein Punkt, an welchem nach Amendt problematische Einstellungen und Verhaltensweisen bei Müttern besonders deutlich werden, ist die Genitalwaschung. Viele Mütter übersehen die Schamgrenzen ihrer Söhne. Teilweise wird die Waschung des Penis des Sohnes bis zum Alter von 12 Jahren beschrieben. Genitalwaschungen von Vätern bei Töchtern wird von den Müttern in jedem Falle skeptischer begegnet.

Eins der wohl wichtigsten Ergebnisse von Amendts Untersuchung betrifft das Verhältnis der Mütter zum Penis ihres Sohnes. Die von Amendt et al. gestellte Frage lautete: „Es kommt sehr häufig vor, daß Mütter sich Sorgen machen, daß das Genital ihres Sohnes sich nicht richtig entwickeln könnte. Kennen sie diese Sorge auch?“
(Amendt, 1994, S.60)

31,5% der befragten Frauen beantworteten diese Frage mit ja. Amendt ist der Ansicht, der kindliche Penis diene den Müttern als Projektionsfläche ihrer eigenen ungeklärten Wünsche und Gefühle. 45% aller Mütter haben in der Befragung von Amendt der „Vorhautverengung“ vorgebeugt. Mittel dazu sind das Zurückstreifen der Vorhaut, Waschen und Untersuchungen. Für Amendt ist dies Inzest oder inzestuöses Handeln. Die „Vorbeugung“ erfolgt in der Regel über Jahre. Amendt meint, daß es nicht möglich sei, diese Praktiken auf ärtzliche Anordnungen zurückzuführen, vielmehr setzten die Frauen ihre Motive bei den Konsultationen der KinderärztInnen durch. Die Vorhautverengung ist laut Amendt äußerst selten, die normale Enge der Vorhaut angeboren.

Der Prozeß der Entdeckung der Möglichkeit des Zurückstreifens derselben ist ein Prozeß der Entdeckung sexueller Erregbarkeit, der über den mütterlichen Eingriff vereinnahmt wird.

Von: www.ueber-lebt.de

Hierin sehe ich eine eindeutige Bestätigung meiner bereits seit langer Zeit aufgestellte Vermutungen und damaligen Wahrnehmung als Kind.

Weiter findet man folgende Ausführungen:

Die Schein-Diagnose der Phimose:

Wenn ein Arzt einem Jungen eine Phimose diagnostiziert, rührt das daher, das er/sie die normale Entwicklung der Vorhaut nicht versteht. Erstens muss der Arzt um diesen Zustand diagnostizieren zu können entweder versucht haben die Vorhaut zurückziehen oder dem Jungen aufgefordert haben seine Vorhaut selbst zurückzuziehen. Das geht aus den oben beschriebenen Gründen oft gar nicht. Zweitens gibt es keine Frist, bis zu der ein Junge eine zurückziehbare Vorhaut haben muss. Wann die Ablösung der Vorhaut und die Weitung der Vorhautöffnung abgeschlossen ist, ist bei jedem Jungen individuell verschieden. So wie jedes Mädchen in einem individuell unterschiedlichen Alter ihre erste Menstruation bekommt, wird jeder Junge in einem individuell unterschiedlichen Alter das erste Mal seine Vorhaut zurückziehen zu können. Da dabei die Hormone für die Veränderung der Zusammensetzung des Gewebes der Vorhaut eine entscheidende Rolle spielen, ist es nichts ungewöhnliches, wenn dieser Prozess erst nach Vollendung der Pubertät abgeschlossen ist. Wenn ein Jugendlicher erst mal eine zurückziehbare Vorhaut hat, kann er seine Vorhaut einfach unter der Dusche zurückziehen, mit Wasser abspülen und seine Vorhaut wieder nach vor über die Eichel schieben. Die meisten Männer machen dies natürlicherweise von selbst, während sie ganz normal ihre Genitalien beim Duschen waschen. Falls der Junge vor der Pubertät eine zurückziehbare Vorhaut bekommt, besteht keine Notwendigkeit für ihn sich unter seiner Vorhaut zu waschen, es sei denn, er möchte es. Falls ein Jungendlicher seine Vorhaut nicht zurückziehen kann, besteht immer noch kein Grund sich über die Reinigung unter der Vorhaut Sorgen zu machen. Vergessen sie nicht, dass es nichts abnormales ist, wenn es bis zum Abschluss der Pubertät dauert, ehe die Vorhaut vollständig zurückgezogen werden kann.

Echte Phimose:

Eine pathologische oder echte Phimose liegt vor, wenn ein post-pubertärer Mann unfähig ist, seine Vorhaut zurückzuziehen und er deshalb Schmerzen beim Geschlechtsverkehr hat. Circa 1 Prozent der Frauen und Männer haben Vorhaut, die niemals zurückziehbar werden wird. Dies kann eine normale Variation sein, solange die sexuale Aktivität nicht behindert ist. Wenn sie die sexuelle Aktivität jedoch behindert, sollte der Mann einen konservative Behandlung durchführen. 90% der Männer mit diesem seltenen Leiden können das Problem durch eine Behandlung mit steroidhaltiger Salben und behutsamen Dehnungsübungen korrigieren. Die Steroidsalbe ahmt die Wirkung der Pubertätshormone nach und sorgt dafür, dass die Haut elastischer wird. Der Mann wendet die Salbe gewöhnlich mehrmals täglich an und führt die manuellen Dehnungsübungen kurz nachdem er die Salbe aufgetragen hat oder während dem Duschen durch. Männer sollten sich vor jedem Arzt in Acht nehmen, der eine Beschneidung empfiehlt, ohne vorher eine konservative Behandlung versucht zu haben.

Von: http://www.beschneidung-von-jungen.de

Da ich zu dem Zeitpunkt sehr weit von dem Abschluß meiner Pubertät oder irgendwelchen Problemen entfernt war, sehe ich keine Notwendigkeit für die damals durchgeführten „Übungen“ und Maßnahmen. Selbst bei einer Vorhautverengung wäre ein einfacher ambulanter Eingriff kein Problem gewesen.

Aus meinem Erleben und nach meinem Empfinden handelt es sich hierbei also um klaren Missbrauch, der als medizinische Notwendigkeit vermittelt wurde, um die Bedürfnisse meiner Mutter zu befriedigen. Selbstverständlich wird sie dies auch für sich selbst gebraucht haben, um sich nicht als Täterin zu identifizieren, sondern als fürsorgliche Mutter.

Hier noch eine Antwort meiner Mutter in Reaktion auf die Konfrontation mit dem Missbrauch:

Gut, dass du das immer alles besser weißt.

Der Cousin eines Freundes, bei dem man „gewartet“ hat, weil er nichts gesagt hat, hatte dann ab 17 eine schwere Depression, da seine Vorhaut die Eichel einklemmte und traute sich fast nichts mehr zu sagen. Er hatte unendliche Schmerzen und war psychisch völlig durch den Wind. Am Ende eine Notfall OP. Besser?

Gruß Mama

Erstaunlich ist, dass sie, trotz des offensichtlichen Missbrauchs und ihrer Kenntnis über die Qualen, die ich während dessen und als Resultat davon erlitten habe, davon ausgeht, dass ich dafür auch noch dankbar sein soll. Das ist eine der typischen Reaktionen meiner Mutter und der Grund, weswegen sie auch in den Situationen des Missbrauchs selbst nicht aufgehört hat, wenn ich ihr mein Leid offenbart habe. Sie sieht sich immer im Recht und die Gefühle von mir, die ich dabei gespürt habe, haben noch nie eine Berechtigung erfahren. Nur ich selbst kann ihnen die Berechtigung zusprechen, die meine Mutter seit jeher versucht abzuerkennen. Es handelt sich hierbei um eine, aus meiner Erfahrung, typische Verhaltensweise, die Missbrauch überhaupt erst möglich macht. Selbstverständlich ist nicht davon auszugehen, dass mder Verlauf bei mir so gewesen wäre, wie von ihr in der Nachricht dargestellt. Ich kann mir beim besten WIllen nicht vorstellen, das irgendein Fachmann, davon ausgehen würde. Es zeigt sich einmal mehr, dass meine Mutter in einen Machtkampf verfällt, anstatt die Information aufzunehmen und so zu verabreiten, dass sie versteht, dass das Kind nach der Erkenntnis über den Missbrauch, nun Unterstützung bei dessen Aufarbeitung braucht. Es geht um sie und ihr Wohlbefinden, das sie dadurch wieder herstellt. Nicht um den Missbrauch und meine Gefühle dabei. So wie es damals in der Situation des Missbrauchs war, ist es auch heute. Es hat sich seitdem nichts verändert.

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