26.06.2015 – Nutzpflanzen auf dem Balkon ziehen und ein Mangoldrezept

Hallo Papa,

Auf dem Balkon pflanze ich mittlerweile fast nur noch Nutzpflanzen: Lauchzwiebeln, Rote Beete, Mangold, Tomaten, Grünkohl…

Alles was es so gibt 🙂 Was hältst du davon? Du hattest nie besonders viel für Pflanzen übrig, was eigentlich schade war. Ich denke die Natur hätte dir wirklich gut getan. Wärst du noch am Leben, würde ich vielleicht mit dir Gärtnern, sozusagen als therapeutische Maßnahme. Die wäre sicherlich eher für dich, denn für mich, weil ich ohne deinen Selbstmord ja vielleicht nie ganz so weit ins Mentale ausgedriftet wäre. Wer weiß…

Der Mangold jedenfalls ist hervorragend gewachsen und wir haben die letzten zwei Tage schon etwas geerntet und verspeist.

wpid-wp-1435335481825.jpegMeine Freundin hat einiges in die Reisgerichte gegeben, die sie zubereitet hat. Aber noch besser als gekocht oder gebracht, schmeckt der Mangold nach dem folgenden, sehr einfachen Rezept:

  1. Bei Mangold mit dicken Stielen, selbige abtrennen, weil sie länger kochen müssen, um weich genug zu sein
  2. Wasser in einem Topf zum Kochen bringen
  3. Anschließend Blätter hineintun
  4. Die Blätter ungefähr drei bis fünf Minuten im kochenden Wasser lassen, je nachdem, wie kräftig sie sind (man nennt es blanchieren)
  5. Die Blätter entnehmen und auf einem Teller anrichten und abkühlen lassen
  6. Die blanchierten Blätter mit etwas Olivenöl, einer guten Menge frischen Zitronensafts, etwas Salz und wenig Pfeffer würzen
  7. Die Stiele in das Wasser tun und sie kochen lassen, bis sie weich sind (Sie können später auf selbige Weise wie die Blätter verzehrt werden, sind aber viel zäher im Geschmack).

Voila, das ist eine schöne Vorspeise oder ein leckeres, leichtes Sommergericht. Dazu könnte man sicherlich gut ein Glas Weißwein servieren 🙂

Du erinnerst dich vielleicht, dass unsere italienische Nachbarin dieses Gericht oft zubereitet hat. Einfach köstlich!

Wie aber zieht man Nutzpflanzen am besten an, fragst du dich bestimmt? Oder du fragst es dich nicht, weil du dich nie so richtig für das interessiert hast, was ich getan habe.

Trotzdem werde ich es dir erklären! Pech gehabt!

In der Regel mache ich es immer wie folgt:

  1. Blumenkästen mit normaler Blumenerde füllen (Anzuchterde braucht dafür wirklich niemand! Die allermeisten Pflanzen sind mit normaler Erde sehr zufrieden)
  2. Die Blumenerde sollte locker genug sein, damit die jungen Wurzeln sich darin entwickeln können, und fest genug, um beim leichten Gießen nicht wegzuschwämmen. Am besten, man drückt sie mit den Händen leicht fest.
  3. Anschließend die Menge der Samen in zwei ungefähr gleich große Anteile teilen (Samen verschiedener Pflanzen benötigen unterschiedliche Bedingungen zum Wachsen).
  4. Die eine Hälfte der Samen verstreut man gleichmäßig auf der Erde und drückt sie anschließend ungefähr ein bis zwei Zentimeter tief in selbige hinein (Falls die Samen zum Keimen Dunkelheit benötigen)
  5. Die andere Hälfte streut man einfach nur auf die Erde (Falls es Lichtkeimer sind).
  6. Nun sollte man die Erde und die Samen für einige Tage konstant feucht halten, indem man das Wasser in die Hand gießt und es vorsichtig durch die leicht zusammengepressten Finger auf die Erde tropfen lässt, damit die Erde nicht zu sehr bewegt wird (Samen benötigen fast immer Feuchtigkeit zum Keimen. Die Feuchtigkeit regt die Spaltung der Amylase an, die die Energie für das erst Wachstum liefert).

Auf diese Weise kann man fast alle Pflanzen unkompliziert zum Keimen bringen. Wenn man weiß, ob die Samen Licht benötigen oder nicht, kann man natürlich die jeweils passende Methode wählen und muss das Samenmenge nicht aufteilen.

Man kann also getrost vergessen Aufzuchterde zu kaufen oder sonstige komplizierten Dinge zu tun. Auf Dünger braucht man nicht, wenn man einfach frische Erde nimmt, die nicht schon drei Jahre im Kasten war.

Bisher habe ich auf diese Weise jede Pflanze ziehen können, mit erstaunlicher Erfolgsquote. Die Samen kann man natürlich in jedem Pflanzenmarkt oder Baumarkt (Mit Pflanzenabteilung) erhalten.

Sowas macht dein Sohn, während du gemütlich auf deiner Wolke chillst oder dem Teufel dabei hilfst seinen Dreizack zu polieren (Je nachdem, wo du hingekommen bist. Ich würde mich nicht wagen mich festzulegen).

Vielleicht esse ich heute wieder etwas Mangold! Vom eigenen Balkon schmeckts doch einfach am besten 🙂

Bis morgen

Dein Sohn

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